Trolleys sind praktische kleine Teufel, die eine Warnlampe brauchen, sagt Designerin Luna Laboo. Sie schonen den Rücken, wenden Orthopäden ein. Ein Dilemma.von Steffi Unsleber

Rollen oder Tragen? Mir doch egal! Bild: dapd
BERLIN taz | Kaum beginnt die Urlaubszeit, verstopfen Trolleys wieder die Rolltreppen, scheppern ab Sonnenaufgang übers Kopfsteinpflaster und bilden mit anderen Trolleys Kolonnen, die sich nur schwer durchbrechen lassen, wenn man gerade zum Zug rennt.
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Trolleys sind gefährlich, findet Luna Laboo aus London. Die Designerin ist berühmt dafür, dass sie verlorene Koffer, bisher ausschließlich Rollkoffer, ersteigert und im Internet ausstellt. Trotzdem fürchtet sie sich vor ihnen: „Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich schon über einen Rollkoffer gestolpert bin und mit dem Gesicht nach unten in der Wartehalle lag.“ Sie sollten eine Warnlampe tragen oder Geräusche machen wie ein Lkw, wenn er rückwärts fährt, sagt sie in einem Gastbeitrag für den Streit der Woche in der aktuellen sonntaz.
Trolleys sind praktisch, aber: „Am praktischsten ist es schließlich, gleich zuhause zu bleiben“, sagt Philipp Tingler, Schriftsteller und Reiseexperte. Es gebe nur zwei stilvolle Methoden, mit Gepäck umzugehen: „Entweder man lässt es jemanden tragen. Oder man trägt es selbst.“ Aber man rolle es nicht geräuschvoll an einer Plastikstange hinter sich her.
Brigitte Wolf, Marketing-Chefin vom Lufthansa Worldshop, kontert: „Zeige mir deinen Koffer, und ich sage dir, ob du ein welterfahrener Reiseprofi bist.“ Reiseprofis bevorzugen Trolleys, sagt sie, am liebsten solche mit vier Rollen. „Seine Kräfte sollte man für Besseres einsetzen als für unsinniges Kofferschleppen.“

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Diesen und viele andere spannende Texte lesen Sie in der aktuellen sonntaz vom 4./5. August 2012. Am Kiosk, eKiosk oder gleich im Wochenendabo. Und für Fans und Freunde: facebook.com/sonntaz.
Foto: tazSandra Lipovac, Vorsitzende des Netzwerks „Die Orthopädinnen e.V.“, warnt vor Muskelverspannungen und Sehnenreizungen. „Menschen mit Rückenleiden wissen, wie schmerzhaft dies sein kann.“
Deshalb plädiert Tex Rubinowitz, Autor des Reisebuches „Rumgurken“, für leichtes Gepäck. Er empfiehlt eine Aktentasche oder Plastiktüte. „Rollkofferreisende sehen so töricht und hilflos aus wie ein Riesenbaby mit vollen Windeln.“ Ideales Reisen sei das unauffällige Reisen. „Wer klug packt, ist mit sich und der Welt im Reinen.“
Kai Richter, taz-Leser, sieht das ähnlich: „Kann es sein, dass wir im Urlaub nicht entspannen wollen und deshalb unnütze Dinge wie Laptops mitschleppen?“ Nur wenn wir – beim Tragen – unsere Last spüren, sagt er in in der sonntaz, können wir herausfinden, ob wir Überflüssiges einfach abwerfen sollten.
Die sonntaz-Frage „Rollen oder tragen?“ diskutiert außerdem Christopher Ruge, Concierge im Hotel Adlon, der als schnellster Kofferträger den Berliner Pagenlauf gewann – in der sonntaz vom 4./5. August. Die sonntaz gibt es auch im Wochenendabo.
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Leserkommentare
18.08.2012 12:00 | ralf ansorge
noch so ein " thema " wären regenschirmfetischisten.bei leichtestem nieseln halten sie sich dieses teil vors gesicht un wen ...
11.08.2012 14:22 | HP Remmler
Womit bewiesen wäre, dass eigentlich schon die Erfindung des Rades an allem schuld ist. Mehr fällt mir dazu aus Zeitgründen ...
05.08.2012 18:49 | ängstlicher angus
doch, doch, rollkoffer sind die schlimmste und direkteste bedrohung für die menschheit des 3. jahrtausends... ...